MAW100 in Gotha

  • 02.12., 19 Uhr:Ausstellungseröffnung Karl Korsch in Thüringen und Vortrag von von Michael Buckmiller.
    Karl Korsch gehört mit einer Reihe von kritischen Geistesgrößen der Sozial- und Kulturwissenschaften der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wie Ernst Bloch, Georg Lukács, Walter Benjamin, Bertolt Brecht, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer u.a. zu den herausragenden innovativen Persönlichkeiten. Unter anderem geht auf seine Anregung die Gründung des bedeutenden Instituts für Sozialforschung („Frankfurter Schule“) zurück, dessen inhaltliche Vorbereitung auf einer Pfingsttagung im Bahnhofshotel von Geraberg/Arnstadt 1923 stattfand. Sein frühes Wirkungsfeld bis weit in die 20er Jahre ist lebensgeschichtlich und politisch eng mit Thüringen verknüpft.
    Die Ausstellung zeigt das Leben und Wirken von Karl Korsch.
    Dr. Michael Buckmiller hat die historisch-kritische Gesamtausgabe von Karl Korsch und die Gesammelten Schriften von Wolfgang Abendroth herausgegeben.
  • 08.12., 19 Uhr:Spionage und Sozialforschung. Richard Sorge und Hede Massing zwischen Geraberg 1923, New York und Tokio.Mit Uwe Roßbach (Soziologe und Geschäftsführer von Arbeit und Leben Thüringen)
    Vortrag über den Lebensweg zweier Menschen, die sich 1923 in Geraberg trafen, und später berühmte Agenten der Sowjetunion wurden. Richard Sorge ist in der DDR als ein sehr bekannter „Kundschafter“ zu späten Ehren gekommen. Die wenigsten wissen aber, dass er der Mitorganisator der 1. Marxistischen Arbeitswoche in Geraberg war, aus der das Institut für Sozialforschung hervorging. Zunächst auch als möglicherweise Thüringer Einrichtung geplant, wurde es in Frankfurt am Main ansässig („Frankfurter Schule“). Hede Massing ist wenigen bekannt, v.a. auch weil sie später mit der UdSSR brach und zu einer wichtigen Figur der Kommunistenverfolgung in den Vereinigten Staaten der fünfziger Jahre wurde.
  • 14.12., 19 Uhr:Frauen für eine bessere Gesellschaft (die Frauen von Geraberg/Ilmenau). Mit Judy Slivi
    Pfingsten 1923 trafen sich in Geraberg/Ilmenau eine Gruppe von jungen Intellektuellen, die eine neue Gesellschaftsordnung diskutierten. Das bedeutende Theorieseminar fand im Zusammenhang mit der nur kurze Zeit später erfolgten Gründung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, das nach 1945 als Frankfurter Schule weltweit berühmt wurde, statt. Unter den Teilnehmenden waren auch sieben Frauen. Über ihr Wirken ist teils wenig bekannt. Der Vortrag zeigt auf, dass das Leben der Frauen von Geraberg eng mit der Institutsgeschichte verbunden war.

    Judy Slivi ist Soziologin und in der historisch-politischen Bildung bei Arbeit Leben Thüringen beschäftigt. Ihr Schwerpunkt ist die Thüringer Frauenbewegung ab dem 19. Jh.

  • Die Veranstaltungen finden im Tivoli Gotha statt (Am Tivoli 3)